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Aktuelle Projekte

Podiumsgespräch „Ost und West im Zeitzeugengespräch: Geteilte Erfahrungen, umstrittene Erinnerungen?”

Anlässlich des 35. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 2025 zeigt die Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln die Videoausstellung „Generation 1975 | Mit 14 ins neue Deutschland“. Die Ausstellung wird am 1. Oktober um 10.00 Uhr im Studierenden Service Center (SSC) der Universität mit einer kurzen Ansprache des Universitätskanzlers Karsten Gerlof eröffnet. Die Videoausstellung ist bis zum 28. November 2025, montags bis freitags jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr, im SSC-Gebäude zu sehen.

Termin:

Mittwoch, 1. Oktober 2025, 10:00 Uhr

Eröffnung der Videoausstellung „Generation 1975 | Mit 14 ins neue Deutschland“

Ort: Foyer EG im Studierenden Service Center (SSC), Gebäude 102, Universitätsstr. 22a, 50937 Köln

26 Menschen, die 1975 geboren wurden, berichten in einer Videoausstellung von ihren Erfahrungen mit der Teilung Deutschlands, dem Mauerfall und ihrem persönlichen Neubeginn im vereinigten Deutschland. Sie stammen aus Brandenburg, Baden-Württemberg sowie Ost- und Westberlin und erinnern sich an die Umbrüche in ihrer Jugendzeit. 

Die Stimmen dieser Generation sind über eine multiperspektivische Videoinstallation miteinander verbunden. Auf sieben Monitoren können Besucher*innen den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen begegnen und so die Erfahrungen der „Generation 1975“ miterleben. 

Die Personen in den Videos waren 14 Jahre alt, als die Mauer fiel – alt genug, um die Veränderungen bewusst wahrzunehmen, aber noch jung genug, um offen für neue Wege zu sein. Die Videoausstellung eröffnet so neue Perspektiven auf das vereinte Deutschland: Sie verbindet persönliche Geschichten mit der großen Geschichte und zeigt, wie unterschiedlich Herkunft und Prägungen aus Ost und West die Sicht auf das neue Land beeinflussten.

Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei Veranstaltungen:

Am Dienstag, 21. Oktober 2025, findet um 17.00 Uhr im Hörsaal II des Uni-Hauptgebäudes eine Filmvorführung mit anschließendem Filmgespräch mit Dr. Christiane Bertram (Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, Universität Tübingen) und Stefan Krauss (KRRO Film) statt.

Am Donnerstag, 13. November 2025, um 17.30 Uhr, findet im Neuen Senatssaal im Uni-Hauptgebäude das Podiumsgespräch „Ost und West im Zeitzeugengespräch: Geteilte Erfahrungen, umstrittene Erinnerungen?” statt. Es diskutieren Dr. Christiane Bertram, Professorin Dr. Kerstin Brückweh (Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder) und Dr. Stefan Moitra (Deutsches Bergbau-Museum). Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Juniorprofessorin Dr. Nicole Kramer und Jochen Pahl vom Historischen Institut der Universität zu Köln.

Die Videoausstellung ist Teil einer Generationen-Ausstellung zur deutsch-deutschen Geschichte und wird in den Jubiläumsjahren 2025 und 2026 an verschiedenen Orten in Deutschland gezeigt. Idee und Projektleitung liegen bei Dr. Christiane Bertram (Hector-Institut für empirische Bildungsforschung, Universität Tübingen), die künstlerische Umsetzung übernahm KRRO Film (Berlin). Die Ausstellung wird kontinuierlich erweitert und macht die persönlichen Geschichten der „Generation 1975“ sowie der „Generation Mauerbau“ erlebbar. Alle Interviews sind außerdem im Archiv Deutsches Gedächtnis der Forschung verfügbar.

Die bundesweite Wanderausstellung wird von der Bundesstiftung Aufarbeitung gefördert. Weitere Kooperationspartner sind die Stiftung Berliner Mauer, das Koordinierende Zeitzeugenbüro, das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg sowie die FernUniversität Hagen. An der Universität zu Köln wird die Ausstellung durch die Demokratie-Stiftung der Universität ermöglicht, die sich für demokratische Werte und Strukturen einsetzt – zum Beispiel durch Forschung, Lehre, Tagungen, internationale Austauschprogramme und Ausstellungen.

Weitere Informationen: 

Gesamtprojekt an der Universität Tübingen

Demokratiestiftung der Universität zu Köln

Presse und Kommunikation: Jürgen Rees (j.rees@verw.uni-koeln.de)

 

Weltsichten und Arbeitswelten. Politisches Denken in der Care-Arbeit seit 1945.

Tagung am 3.-4. Juli 2025 in Köln

Die Tagung soll einerseits einen Beitrag dazu leisten, die Forschungen zur politischen Dimension von Care-Arbeit seit 1945 voranzubringen. Andererseits soll das Wissen zur Geschichte des politischen Denkens im 20. Jahrhundert erweitert werden, und zwar mit Blick auf Bevölkerungskreise, die in dieser Hinsicht bisher wenig beachtet wurden. Der Zugang über die Arbeitswelten eröffnet die Möglichkeit, politische Haltung jenseits traditioneller politischer Foren, nämlich als Alltagskommunikation zu beleuchten.

Soziale Tätigkeiten galten lange Zeit nicht nur als Domäne von Frauen, sondern auch als unpolitisch. Doch feministische Denker:innen haben diese Zuschreibung seit den 1970er Jahren massiv in Frage gestellt. Insbesondere durch Debatten um den Care-Begriff hat sich ein Verständnis etabliert, dass nicht mehr nur von konkreten fürsorgerischen und pflegerischen Handlungen ausgeht, sondern von einer stark beziehungsorientierten, öffentlichen Verantwortung spricht und diese als republikanische Tugend definiert. Soziale personenbezogene Dienste erhalten damit einen genuin politischen Charakter.

Auf der Tagung sollen folgende Fragen aufgegriffen werden:
Welche Staats- und Politikauffassungen vertraten die in der Care-Arbeit Tätigen? Welche Debatten über Toleranz und Menschenwürde führten sie in Fachzeitschriften oder innerhalb von Interessenverbänden? Welche Deutungen vom Sozialstaat vertraten sie als Mitwirkende bei der Umsetzung des staatlichen Fürsorge- und Versorgungsauftrages? Welche Rolle spielten Gewerkschaften für allgemeinpolitische Themen von Beschäftigten in der Pflege, in Schulen und Betreuungseinrichtungen? Wie positionierten sich Beschäftigte sozialer personenbezogener Dienstleistungen zu extremistischen Weltsichten und allgemeinpolitischen Ereignissen?

Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein. Zur besseren Planung melden Sie sich bitte bis 13. Juni 2025 hier oder bei Maximilian Schmidt (schmidt.maximilian@uni-koeln.de) an.

Zum Programm und zur Einladung bei HSozKult.

Buchprojekt Cultural History of old Age

Mit dem sechs Bände umfassenden Werk “A Cultural History of Old Age” wird erstmals eine umfassende internationale Geschichte des Alterns von der Antike bis zur Gegenwart geschaffen. Gemeinsam mit Benoît Majerus gebe ich den sechsten Band “The Modern Age” heraus und trage das Kapitel “Old Age, Gender, and the Life Course” bei.
Der Text analysiert die Geschichte des Alterns im 20. und 21. Jahrhundert, indem er die Entwicklung der Lebenserwartung, die Veränderungen in der Wahrnehmung des Alters und die zunehmende Institutionalisierung des Lebenslaufs untersucht. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt, darunter die Rolle von Geschlecht und sozialer Ungleichheit. Beleuchtet werden auch die Entstehung von Konzepten wie dem "dritten" und "vierten" Alter und der Einfluss von politischen Ereignissen und gesellschaftlichen Veränderungen auf die Lebensläufe von Generationen wie der “Baby Boomer”.

Die weitere Kapitel thematisieren “Beliefs and Cultures”, “Population”, “Family, Community, and State”, “Labor and Leisure”, “Science, Medicine, and Health”, “Experiences of Aging” und “Artistic Representations”. Die bei Bloomsbury erscheinenden mehrbändigen Werke “A Cultural History of” bilden regelmäßig die Standardwerke in ihrem jeweiligen Themengebiet.

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