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Dr. Benjamin Möckel

Lehrstuhl Prof. Dr. Habbo Knoch
Historisches Institut,
Abteilung für Neuere Geschichte
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

Kontakt

Gebäude, Raum:  Philosophicum, 3. OG, Raum 3.112

Container C1, 2.OG, Raum 212

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bmoeckel@uni-koeln.de
0221-4704450

Sprechstunde

In den Semesterferien findet meine Sprechstunde an folgenden Terminen statt:

Di, 21.2. 12-13 Uhr

Di, 7.3. 12-13 Uhr

Di, 28.3. 12-13 Uhr

Ort: Philosophicum, 3. OG, Raum 3.112

 

 

Veranstaltungen + ILIAS

Kurzbiografie

seit 04/2014

 

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Habbo Knoch (Universität Köln)

 

09-10/2016

 

Gerald D. Feldman-Reisestipendium, Büro der Max-Weber-Stiftung Neu-Delhi (Indien)

 

07/2013 – 03/2014

 

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt "Die Wunschkindpille in der DDR: Empfängnisverhütung - Familienplanung - Geschlechterbeziehungen" an der Universität Jena (Prof. Dr. Lutz Niethammer / Prof. Dr. Silke Satjukow)

 

11/2013

 

10/2013 – 04/2014

Promotion mit einer Arbeit zum Thema: "Erfahrungsbruch und Generationsbehauptung. Die Kriegsjugendgeneration in den beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften"

 

Lehrauftrag an der Universität Göttingen

11/2012 – 03/2013

 

Abschlussstipendium der “Graduiertenschule für Geisteswissenschaften Göttingen”

09/2011 – 12/2001

 

Visiting Research Scholar am Lehrstuhl von Prof. Dr. Mary Fulbrook (University College London)

 

10/2009 – 11/2012

 

Stipendiat am DFG-Graduiertenkolleg Generationengeschichte (Universität Göttingen)

 

08/2008 – 09/2008

 

DAAD-Stipendium für einen Auslandsaufenthalt in Rostow-am-Don und St. Petersburg

 

10/2004 – 09/2009

 

Studium von Mittlerer und Neuerer Geschichte und Philosophie an der Universität Göttingen

 

Forschungsgebiete

•    Konsumgeschichte
•    Geschichte der Menschenrechte und globaler sozialer Gerechtigkeit
•    Generationengeschichte
•    Popgeschichte und Geschichte populärer Kulturen
•    Geschichte des Nationalsozialismus und dessen Erinnerung

Publikationen

Monographien:

  • Erfahrungsbruch und Generationsbehauptung. Die 'Kriegsjugendgeneration' in den beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften, Göttingen 2014. (Rezensionen auf H-Soz-Kult, Sehepunkte, German History, VSWG, Francia, NPL)

  • "Nutzlose Volksgenossen"? - Der Arbeitseinsatz alter Menschen im Nationalsozialismus, Berlin 2010. [veröffentlichte Magisterarbeit]

 

Herausgeberschaft:

  • Kirsten Gerland / Benjamin Möckel / Daniel Ristau (Hg.), Generation und Erwartung. Konstruktionen zwischen Vergangenheit und Zukunft, Göttingen 2013.
  • Mitkonzeption und redaktionelle Bearbeitung des Bandes: Lutz Niethammer / Silke Satjukow (Hg.), "Wenn die Chemie stimmt...": Geschlechterbeziehungen und Geburtenkontrolle im Zeitalter der "Pille" [erscheint voraussichtlich 2016].

 

Zeitschriftenaufsätze:

  • „Moral History. Überlegungen zu einer Geschichte des Moralischen im „langen“ 20. Jahrhundert, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 14 (2017) 1, S.93-111 (zusammen mit Habbo Knoch).

  • "Gegen die Plastikwelt der Supermärkte": Konsum- und Kapitalismuskritik in der Entstehungsgeschichte des "fairen Handels", in: Archiv für Sozialgeschichte 55(2016) [erscheint 2017].

  • "Free Nelson Mandela". Popmusik und zivilgesellschaftlicher Protest in der britischen Anti-Apartheid-Bewegung, in: Jahrbuch des Zentrums für populäre Kultur und Musik 60/61(2015/16), S.187-205.

  • Empathie als Fernsehereignis: Bilder des Hungers und das Live-Aid-Festival 1985, in: Nebulosa. Figuren des Sozialen 8 (2015), S.83-93.

  •  „Mit 70 Jahren hat kein Mensch das Recht, sich alt zu fühlen." - Altersdiskurse und Bilder des Alters in der NS-Sozialpolitik, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 22(2011), Nr.3, S.112-135.

 

Beiträge in Sammelbänden:

  • Die Jugend der "Stunde Null": Generationalität und Schuldfrage in den beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften, in: Volker Benkert (Hg.), Unsere Väter, unsere Mütter. Deutsche Generationen seit 1945 [erscheint 2017].
  • "Entwicklungshilfe" als Beruf: Wandlungsprozesse der Arbeit im "humanitären Feld" in den 1960er und 1970er Jahren, in: Bernhard Dietz/Jörg Neuheiser (Hg.), Wertewandel in Wirtschaft und Arbeitswelt. Arbeit, Leistung und Führung in den 1970er und 1980er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland, S.263-282, Berlin 2017.
  • „Die Bewährung der jungen Generation“. Geschlechterbilder in Jugendtagebüchern des Zweiten Weltkrieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit, in: Li Gerhalter /Christa Hämmerle (Hg.), Krieg - Politik - Schreiben. Tagebücher von Frauen 1918-1950, Köln 2015, S.87-107.

  • Gemeinschaftsimaginationen. Der Zweite Weltkrieg in Tagebüchern jugendlicher Soldaten, in: Janosch Steuwer/Rüdiger Graf (Hg.), Selbstreflexionen und Weltdeutungen. Tagebücher in der Geschichte und Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts, Göttingen 2015, S.124-142.
  • Der Krieg als Generationserfahrung? Jugendliche und die Gewalterfahrung des Zweiten Weltkriegs in den deutschen Nachkriegsgesellschaften, in: David Reinicke, Kathrin Stern, Kerstin Thieler, Gunnar Zamzow (Hg.), Gemeinschaft als Erfahrung. Kulturelle Inszenierung und soziale Praxis, Paderborn 2014, S.157-179.

  • The "45ers" as a Generational Remembrance Community, in: Die Arbeit an der Vergangenheit: Das 20. Jahrhundert im Gedächtnis und in der Kommunikation russischer und deutscher Nachkriegsgenerationen, Tscheljabinsk 2014, S.130-138. (in russischer Übersetzung)
  • (zusammen mit Kirsten Gerland und Danial Ristau): Die Erwartung. Neue Perspektiven der Generationenforschung, in: Dies. Generation und Erwartung. Konstruktionen zwischen Vergangenheit und Zukunft, Göttingen 2013, S.9-26.

  • „Warum schweigt die junge Generation?“ – Die Jugend des zweiten Weltkriegs im Spannungsfeld ambivalenter Generationserwartungen, in: Kirsten Gerland / Benjamin Möckel / Daniel Ristau (Hg.), Generation und Erwartung. Konstruktionen zwischen Vergangenheit und Zukunft, Göttingen 2013, S.158-177.

Rezensionen und Tagungsberichte für H Soz Kult, German History, Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Neue Politische Literatur, WerkstattGeschichte, International Review of Social History

 

Tagungsorganisationen:

  • (zusammen mit Prof. Dr. Silke Satjukow und Prof. Dr. Lutz Niethammer): “When the Chemistry Works“ – Gender Relations and Birth Control in the Age of the Pill (“Wenn die Chemie stimmt” – Geschlechterbeziehungen und Geburtenplanung im Zeitalter der „Pille“), Internationale Tagung an der Friedrich-Schiller Universität Jena (28-29. November 2013).
  • (Zusammen mit Kirsten Gerland und Daniel Ristau): Zukünftige Vergangenheit. "Generation" im Spannungsfeld von Imagination und Rekonstruktion, Tagung des DFG-Graduiertenkollegs Generationengeschichte (Göttingen, 6.5.-7.5.2011).

Mitgliedschaften

- Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

- Arbeitskreis Geschichte + Theorie

- Netzwerk Generationenforschung

- Netzwerk Verbraucherforschung des Kompetenzzentrums Verbraucherforschung NRW

Aktuelles Forschungsprojekt:

Die Erfindung des moralischen Konsumenten. Globale Produkte und zivilgesellschaftliches Engagement in Großbritannien und der Bundesrepublik, 1960-1990 (Habilitationsprojekt)

Ob Jutebeutel aus Bangladesch, Kaffeebohnen aus Nicaragua oder der ohne Einsatz von FCKW hergestellte Kühlschrank: die Vorstellung, dass der Kauf bestimmter Produkte – und der bewusste Boykott anderer – eine Entscheidung von hoher ethischer Relevanz darstelle, gewann in den 1960er und 1970er Jahren mehr und mehr an subjektiver Plausibilität. NGOs wie Amnesty International, Greenpeace oder die Anti-Apartheid-Bewegung begannen in diesem Zeitraum, Alltagsgegenstände zu produzieren, deren Konsum Unterstützung für die eigenen politischen Ziele signalisieren sollte. Im „fairen Handel“ wurden global gehandelte Produkte auf ihre sozialen und ökologischen Kosten hin befragt. Nach kurzer Zeit begannen auch kommerzielle Firmen, den ökonomischen Mehrwert einer global-moralischen Markenbildung zu entdecken. Schon für die Zeitgenossen stellte sich die Frage, ob es sich dabei um eine „Moralisierung der Märkte“ oder eine „Kommodifizierung der Moral“ handelte.

 

Das Forschungsprojekt fragt nach den Verbindungen zwischen Formen des zivilgesellschaftlichen Engagements und der Entstehung neuer Konsumformen, die als Ausdruck einer auf globalgesellschaftliche Probleme gerichteten Strategie der „Moralisierung des Alltags“ interpretiert werden können. Dabei folgt die Arbeit der These, dass sich die genannten Phänomene in eine Ambivalenz zwischen Konsumkritik und Konsumstil einordnen lassen. Während auf diskursiver Ebene eine Kritik an der westlichen „Konsum- und Überflussgesellschaft“ als Ausgangspunkt des gesellschaftlichen Protestes fungierte, lässt sich auf praxeologischer Ebene eine sukzessive Überführung dieser Kritik in neue, als alternativ inszenierte Konsumpraktiken nachvollziehen.

Das Forschungsvorhaben untersucht diese Phänomene anhand von drei Fallbeispielen: 1.) der Bedeutung von Konsumpraktiken in Menschenrechtskampagnen der 1970er und 1980er Jahre, 2.) der Entwicklung des „fairen Handels“ vom Medium der Kritik globaler Handelsbeziehungen zu einem eigenständigen Markt- und Konsumsegment und 3.) dem Markt für „ökologische“ Produkte, auf dem sich Diskurse über globalökologische Krisenszenarien in ein breit gefächertes Konsumangebot übersetzten.

(Abbildung: GEPA – The Fair Trade Company)

 

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte:

Erfahrungsbruch und Generationsbehauptung: Die ‚Kriegsjugendgeneration‘ in den beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften (Dissertationsprojekt)

Die Arbeit setzt sich in generationengeschichtlicher Perspektive mit den Kriegserlebnissen jugendlicher Protagonisten während des Zweiten Weltkriegs und deren öffentlicher und privater Erinnerung in den beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften auseinander. Zu diesem Zweck analysiert die Arbeit zeitgenössische Jugenddiskurse der ersten Nachkriegsjahre sowie Selbstzeugnisse jugendlicher Protagonisten, in denen sie die eigenen Kriegserlebnisse reflektierten und erinnerten.

Auf dieser Weise werden in der Arbeit zeitgenössische und historiographische Narrative hinterfragt, die diese Jahrgänge als gemeinsame Erfahrungsgeneration – etwa als „Flakhelfergeneration“, „Aufbaugeneration“ oder „45er“ – interpretiert haben. Im Gegensatz wird in der Arbeit argumentiert, dass der Krieg von den Zeitgenossen selbst nur äußerst selten als Gemeinschafts- oder Generationserfahrung wahrgenommen wurde. Meist begannen die Protagonisten erst in der Nachkriegszeit damit, die eigenen Erlebnisse in einen kollektiven Deutungsrahmen einzuordnen und auf diese Weise zu „generationalisieren“.

Um diese generationellen Inszenierungsstrategien der Nachkriegszeit zu analysieren, wertet die Arbeit die öffentlichen Jugend- und Generationendiskurse der 1940er und 1950er Jahre aus, sowie individuelle Selbstbeschreibungen jugendlicher Protagonisten, die in der Arbeit auf der Grundlage von Tagebüchern, Briefwechseln und anderen Selbstzeugnissen analysiert werden. Gerade im Vergleich der unterschiedlichen generationellen Narrative in der Bundesrepublik und der DDR lässt sich dabei erkennen, dass nicht das gemeinsame Erlebnis des Krieges als konstitutiv angenommen werden kann, sondern die jeweilige Verarbeitung der eigenen Erlebnisse in unterschiedlichen politischen, sozialen und medialen Kontexten.

Die untersuchten Jugendjahrgänge lassen sich daher nur eingeschränkt als eine gemeinsame Erfahrungsgeneration auffassen. Sie bilden aber schon seit den ersten Nachkriegsjahrzehnten eine gemeinsame Erinnerungsgemeinschaft, die für die Nachkriegsgeschichte beider deutscher Staaten eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung besaß.

 

Die Arbeit ist 2014 im Wallstein-Verlag erschienen:
http://www.wallstein-verlag.de/9783835315815-benjamin-moeckel-erfahrungsbruch-und-generationsbehauptung.html