Internationaler Austausch
Klicken Sie hier für eine Übersicht über aktuelle und vergangene Forschungstätigkeiten internationaler WissenschaftlerInnen am Lehrstuhl von Professorin Planert.
Projekte
Seminarprojekt: StoryMaps zur Jahrtausendausstellung und -feier 1925 in Köln
Ein Jahrtausend nach der im Jahr 925 abgeschlossenen Übernahme des mittelfränkischen Reiches Lotharingien in das Ostfrankenreich Heinrichs I. (876-936) fanden im Rheinland und in vielen weiteren Städten des Deutschen Reiches „Jahrtausendfeiern“ und Ausstellungen statt. Vor dem Hintergrund einer (befristeten) Besetzung der linksrheinischen Gebiete und des „Ruhrkampfes“ von 1923 ging es den Initiatoren und Förderern, darunter der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, darum, die Zugehörigkeit des Rheinlandes zu Deutschland zu betonen. Im Sommersemester 2025 setzte sich ein Hauptseminar unter Leitung von Professorin Ute Planert mit dem Themenkomplex Jahrtausendfeier und Rheinland auseinander und beschäftigte sich mit den geschichtspolitischen Zuschreibungen der Feiern und Ausstellungen vor dem Hintergrund der krisenhaften Entwicklungen der frühen 1920er Jahre im Rheinland. Ausgehend von der Kölner Ausstellung nutzten die Studierenden das Programm StoryMaps, um verschiedene Themenbereiche in Form von interaktiven kartenbasierten Präsentationen zu beleuchten. Die Ergebnisse des Masterseminars sind nun hier einsehbar.
Tagung: New Postwar Orders, 1815-1840
In Europa war nach dem Schlüsseljahr 1815 nichts mehr, wie es einmal gewesen war. Die Bezeichnung der nach Jahrzehnten des Krieges und der Umbrüche anbrechenden Epoche als „Restauration“ scheint angesichts der Vielgestaltigkeit der Herausforderungen, denen sich der Kontinent und die Welt nach der Niederlage Napoleons gegenübersahen, problematisch. Ein Zurück zum Ancien Régime gab es nicht, statt dessen eine komplexe Gemengelage aus Kontinuitäten und Verände rungen. Doch wie ist die nach 1815 anbrechende Epoche am treffendsten zu beschreiben: Transformation, Rekonfiguration, Instauration, Reformation? Dieser Frage widmete sich eine internationale Konferenz an der Universität zu Köln vom 24. bis 26. April 2024, die dem Wandel der europäischen Nachkriegsgesellschaften und seinen globalen Auswirkungen anhand der Problemfelder Wirtschaft, staatliches Handeln und Zivilgesellschaft nachging. (Auszug aus dem Tagungsbericht von M. Gaidetzka, M. Kauder & A. Saadaoui). Klicken Sie hier für Informationen zum Tagungsprogramm, dem vollständigen Tagungsbericht und den VeranstalternInnen.
DFG-Projekt Haehner-Nachlass
Wenige Personen der deutschen Geschichte sind so umstritten wie der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II., der nach der Novemberrevolution 1918 abdankte und seine Tage im niederländischen Exil beschloss. In den vergangenen Jahren haben Restitutionsstreitigkeiten und Debatten um ihre politische Mitverantwortung für den Aufstieg des Nationalsozialismus die Geschichte der Hohenzollern, vor allem aber die Zeit nach dem Thronverlust, wieder in den Fokus der Forschung gerückt. Das fünfbändige Tagebuch des Kölners Dr. Alfred Haehner (1880–1949), der von 1919 bis 1924 in Amerongen und Doorn als Leibarzt des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. und seiner beiden Ehefrauen Auguste Victoria (bis 1921) und Hermine von Schoenaich-Carolath (ab 1922) fungierte, stellt für diese Periode eine unverzichtbare Quelle dar. Die Herausgabe der Haehner-Tagebücher ist nun abgeschlossen. Die kommentierten Aufzeichnungen des Kölner Leibarztes des letzten deutschen Kaisers sind im November 2024 erschienen. Einen Einblick in das nun beendete Editionsprojekt gibt es hier.
Biographische Studien zu Leopoldina-Mitgliedern im Nationalsozialismus
Die Leopoldina beforscht seit zwei Jahrzehnten ihre Geschichte im 20. Jahrhundert und hat hierzu zahlreiche Publikationen herausgegeben oder deren Veröffentlichung unterstützt. Bisher standen dabei die Leopoldina als Institution, der Vergleich mit anderen Akademien im In- und Ausland sowie das Handeln und die Verantwortung von Repräsentanten der Leopoldina im Vordergrund. Das Handeln von Leopoldina-Mitgliedern außerhalb der Akademie ist bisher nicht umfassend untersucht worden und stellt gerade für die Zeit des Nationalsozialismus ein wichtiges Forschungsvorhaben dar. […] Vorrangiges Ziel des Projekts „Biographische Studien zu den Leopoldina-Mitgliedern im Nationalsozialismus“ ist die umfassende Untersuchung der Biographien und Aktivitäten ausgewählter Akademie-Mitglieder in der Zeit des Nationalsozialismus. Hierzu wird die bestehende wissenschaftshistorische und biographische Forschung zu den Mitgliedern aufgearbeitet und durch neue eigene Recherchen ergänzt. Im Rahmen der ersten Förderphase (2021-2024) konnten so Kurzbiographien zu ausgewählten Mitgliedern aus den verschiedenen historischen Sektionen der Leopoldina verfasst werden, die mit Ende des Projekts über die digitale Bibliothek der Leopoldina für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. (Auszug aus der Projektbeschreibung auf der Website der Leopoldina).
Alberts Töchter. Kölner Frauen zwischen Stadt, Universität und Republik (1914-1933)
Über Jahrhunderte blieben Universitäten Männern vorbehalten. Erst seit 1908 ließ Preußen Frauen überhaupt zum Universitätsstudium zu. Voraussetzung war freilich, überhaupt erst einmal die Hochschulreife zu erwerben. Das war in Köln erst seit der Gründung eines privaten Mädchengymnasiums 1903 durch einen Kreis um die Mäzenatin Mathilde von Mevissen möglich, die auch bei der Neugründung der Universität nach dem Ersten Weltkrieg eine tragende Rolle spielte. Das Jahr 1919 markierte für Frauen dann eine doppelte Premiere: Sie waren erstmals nicht nur zum Universitätsstudium, sondern auch zur Wahlurne zugelassen. Die Weimarer Republik hatte Frauen das Wahlrecht verliehen und damit endlich zu gleichberechtigten Staatsbürgerinnen gemacht. Wie es Kölner Studentinnen, Doktorandinnen und anderen Frauen im Umfeld von Stadt und Universität zwischen Aufbruchsstimmung und Nachkriegsnot erging, erforschte seit 2017 ein studentischen Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Planert. Mit dem Zugang des "forschenden Lernens" und tatkräftiger Hilfe von Kölner ArchivarInnen erschlossen sich die Studierenden Themen für eine Publikation, die sich nicht nur an ein Fachpublikum wendet, sondern auch für ein breiteres Publikum von Interesse ist. Die Ergebnisse des Projekts sind hier einsehbar.
