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Imperien, Kriege und Revolutionen. Europa und die Welt zwischen Französischer Revolution und Wiener Kongreß

 

In jüngster Zeit hat die Epoche der Französischen Revolution und der napoleonischen Herrschaft aus globalgeschichtlicher Sicht eine deutliche Neuakzentuierung erfahren. Ein neues Lehrbuch für die Reihe „Oldenbourg Grundriss der Geschichte“  wird deshalb die Jahrzehnte um 1800 als eine Epoche von Kriegen und revolutionären Erschütterungen  rund um den Atlantik in eine Geschichte imperialer Konkurrenz zwischen den europäischen Großmächten einbetten  und in langfristige Transformationsprozesse in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft an der Schwelle zur Moderne einordnen.

Besonders wichtig erscheinen dafür folgende Aspekte:

  1. Die Einordnung der Epoche in den globalhistorischen Zusammenhang und die Konturierung des englisch-französischen Kolonialdualismus als grundierenden internationalen Konflikt.
  2. Die stärkere Einbindung der Periode in langfristige Entwicklungsprozesse der Transformation von der alteuropäischen Gesellschaft zur modernen Welt und die stärkere Berücksichtigung von Kontinuitäten.
  3. Die Aufhebung der thematischen Konzentration auf Frankreich, Großbritannien und das deutsche Reichsgebiet zugunsten einer polyzentrischen Berücksichtigung europäischer Länder im Sinne einer vergleichenden Imperiengeschichte.
  4. Eine stärkere Thematisierung von Vergleichs- , Transfer- und Verflechtungsaspekten.
  5. Die Ergänzung des zur Entstehungszeit des Bandes dominierenden Themenkomplexes Industrielle Revolution - Revolutionsexport - Reformpolitik zugunsten aktueller Forschungsprobleme wie Globalisierungs- und Nationalisierungsphänomene, der Frage nach dem Charakter des napoleonischen Empire und seinen Herrschaftspraktiken, militär- und kriegsgeschichtlichen Aspekten sowie alltags- und erfahrungsgeschichtlichen Zugängen.