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Das Physikalische Kabinett

Foto: RBA/ HAStK

Forschung und Wissenstransfer digital:

Das „Physikalische Kabinett“ aus der Sammlung der Kölner Jesuiten, die Gründung des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds unter Napoleon und die Geschichte des Stiftens um 1800.

Dieses neue Forschungsprojekt unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Gudrun Gersmann hat eine Laufzeit von vier Jahren (2018 - 2022) und ist Teilprojekt einer größeren Fördermaßnahme des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds (KGS) zur Erforschung und digitalen Erfassung der historischen Kulturbestände der Kölner Jesuiten im Kontext der Gründung des KGS  um 1800. Das Gesamtprojekt wird von weiteren beteiligten Kölner Institutionen (Wallraf-Richartz-Museum, USB Köln) in jeweils unabhängigen Teilprojekten umgesetzt.

Das am Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit angesiedelte Teilprojekt  hat zwei inhaltliche Schwerpunkte: Im Mittelpunkt steht zum einen das bisher nur unzureichend erforschte "Physikalische Kabinett", dessen Erwerbungskontext, die enthaltenen Objekte und deren Verwendung. Das "Kabinett" mit seinen naturwissenschaftlichen Instrumentarien war zentraler Bestandteil der Sammlung der Kölner Jesuiten, die nach der Auflösung des Ordens im Jahre 1773 aufgrund der Umgestaltung des Schulwesens in der französischen Zeit in den Besitz des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds überging. Diese zu Beginn des 18. Jahrhunderts begonnene und im Laufe der folgenden Jahrzehnte sukzessive erweiterte Lehrsammlung wurde an der Kölner Universität über viele Jahre hinweg für die Ausbildung der Studierenden der Naturwissenschaften benutzt. Über die Sammlungs- und Objektgeschichte hinaus leistet das Projekt deshalb auch einen Beitrag zur Erforschung der Kölner Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte.

Der zweite Schwerpunkt widmet sich dem bisher ebenfalls noch nicht erforschten  Gründungsakt des KGS  in der napoleonischen Zeit, der den Übergang von einer wohltätigen Interessensgemeinschaft einzelner beteiligter Persönlichkeiten hin zur Schaffung einer professionell verwalteten bürgerlichen Stiftungsorganisation dokumentiert. Diese Aufarbeitung wird ab Herbst 2019 flankiert von einem Dissertationsprojekt, das sich mit der Geschichte des Stiftungswesens und Stiftens in dieser zentralen Phase um 1800 beschäftigen wird.
 

Aus dem Forschungsprojekt werden digitale und analoge Publikationen hervorgehen, die im zeitlich passenden Kontext aufeinanderfolgender historischer Jubiläen erscheinen sollen.

Weitere Informationen in der aktuellen Forschungsbroschüre der Philosophischen Fakultät.