zum Inhalt springen

Allein unter Fremden. Hotelleben und Exilschicksale im 20. Jahrhundert

 

 

 

Vorlesung im Rahmen von "Eine Uni, ein Buch: Köln liest Keun"

12. Juli 2017 | 18.00 Uhr
Hörsaal XVIII, Hauptgebäude, Universität zu Köln
Prof. Habbo Knoch | Historisches Institut

 

Die Universität zu Köln ist eine von zehn bundesdeutschen Hochschulen, die sich erfolgreich für das Projekt des Stifterverbands Eine Uni – Ein Buch beworben hat. Die Idee des Projektes ist es, ein ausgewähltes Buch ein Semester lang in der hochschulischen Öffentlichkeit zu lesen, darüber zu diskutieren und unterschiedliche fachliche wie persönliche Perspektiven auszutauschen. Die Universität zu Köln hat sich für das Buch „Kind aller Länder“ der Kölner Autorin Irmgard Keun entschieden. Der 1938 erschienene Roman beschreibt aus der Perspektive der 10-jährigen Protagonistin Kully ihre Flucht durch Europa und ihr Leben im Exil. Der Roman bietet vielfältige, auch aktuelle Anknüpfungspunkte und eignet sich daher in besonderer Weise für Eine Uni – Ein Buch.

Irmgard Keun war eine der populärsten Schriftstellerinnen der Weimarer Republik. Ihr Bekanntheitsgrad ist aber – nach einer kurzen, noch zu ihren Lebenszeiten beginnenden Wiederentdeckung Ende der 1970er-Jahre – nach der Jahrtausendwende schon wieder verblasst. Dabei zeichnet sich Keuns zeitkritisches, der neusachlichen Ästhetik verpflichtetes Werk nicht nur durch eine bis heute andauernde inhaltliche und formale Modernität aus, sondern es ist auch bezüglich der Frage nach den Bedingungen des Gelingens weiblicher Identitätsfindung sowie weiblichen Schreibens aktuell geblieben. „Kind aller Länder“ ist ein 1938 erschienener Exilroman, der die Flucht einer dreiköpfigen deutschen Familie vor dem Nationalsozialismus aus der Perspektive der Tochter Kully schildert.