zum Inhalt springen

Florian Schleking

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Professur für Neuere Geschichte - Prof. Dr. Ralph Jessen

Historisches Institut - Abteilung Neuere Geschichte

Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

Büro: Philosophikum, Raum 3.126

Tel.: 0221-470 1193

E-Mail: f.schleking(at)uni-koeln.de

Sprechstunde

n.V.

Veranstaltungen

Lehrveranstaltung im WS 2016/2017:

Einführungsseminar: Religion und Gesellschaft in Westdeutschland nach 1945 (14595.1204)

KLIPS 2

ILIAS

Forschungsprojekt

Von Drogen und Sekten. Kontroversen um Gefühle und Neue Religiosität in der Bundesrepublik Deutschland

Mein Promotionsprojekt untersucht am bundesdeutschen Fall die Geschichte von „bewusstseinserweiterndem“ Drogenkonsum und Neuen Religiösen Bewegungen von Mitte der 1960er bis Mitte der 1980er Jahre. Es erkundet Kontroversen zwischen Vertretern der „Mehrheitsgesellschaft“ und Akteuren aus dem Umfeld von Drogenszene und sog. „Jugendreligionen“, „Jugendsekten“ oder „Psychokulten“. Dabei sondiert es den Konnex von Religion mit Gefühl, Geschlecht und Globalisierungsmomenten in der jüngeren Zeitgeschichte. Im Fokus stehen Umbrüche und Differenzierungen des religiösen Feldes seit den sechziger Jahren, die gemeinhin als Pluralisierungs-, Privatisierungs- und/oder Individualisierungsprozesse begriffen werden. Die Aufwertung spiritueller Erfahrungen wird zwar oft als Symptom erkannt; ihr wird jedoch wenig Erklärungsbedarf und Wirkmächtigkeit zugemessen. Hier den Blickwinkel zu verkehren, erscheint bezüglich der „neuen Drogen und Sekten“ weiterführend. Mein Projekt nimmt körper- und gefühlshistorische Überlegungen auf und fragt nach dem Sprechen über und Machen von religiösen Emotionen oder Erfahrungen. Um die Auseinandersetzungen um Lebensführung und Gesellschaftswandel zu erschließen, analysiert es vier Konfliktlinien: Erstens Konflikte um die Gefühlsarbeit mit und ohne Drogen, zweitens um Religionsverständnisse, drittens um Geschlechterentwürfe und -beziehungen sowie viertens um die Sinnsuche im „fernen Osten“ und die Einflüsse wie Rezeption „asiatischer“ Lehren und Heilsanbieter. Auf diesem Weg erarbeitet das Dissertationsvorhaben eine Fallstudie zur Herausbildung und Transformation religiöser Selbstverhältnisse und Gefühlsgemeinschaften zwischen transnationalen Verflechtungen, öffentlichen Konfrontationen und gesellschaftlichen Problemkonstruktionen.

 

 

Publikationen

Drogen, Selbst, Gefühl. Psychedelischer Drogenkonsum in der Bundesrepublik Deutschland um 1970, in: Pascal Eitler/Jens Elberfeld (Hgg.): Zeitgeschichte des Selbst. Politisierung – Therapeutisierung - Emotionalisierung, Bielefeld: transcript 2015, S. 293-326.

Artikel: https://doi.org/10.14361/9783839430842-013

Buch: https://doi.org/10.14361/9783839430842

Psychedelic Fears. Drug use as an emotional practice in West Germany around 1970, in: Storicamente 11,24:  Representations of Fear in History: Empirical / Practical evidence and Methodological Issues (2015).

Aritkel: DOI: 10.12977/stor607