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Christoph Müller-Oberhäuser

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Verbundprojekt "Konkurrenzkulturen"

Teilprojekt
"Der singende 'deutsche Mann' im Wettbewerb - Konkurrenzdenken und Leistungsorientierung bei Preissingen in Deutschland zwischen 1841 und 1914"

Historisches Institut
Abteilung für Neuere Geschichte
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

Kontakt

Meister-Ekkehart-Straße 11
Raum 2.01

ChMueOb(at)aol.com 

Sprechstunde

Nach Vereinbarung.

Kurzbiographie

seit 06/2016
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Der singende 'deutsche Mann' im Wettbewerb – Konkurrenzdenken und Leistungsorientierung bei Preissingen zwischen 1841 und 1914"
(Leitung: Prof. Dr. Hans-Peter Ullmann) und Kollegiat der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne

04/2015-05/2016
Stipendiat der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne

12/2013
Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in den Fächern Musik und Geschichte

10/2010-02/2012
Studentische Hilfskraft im Bereich Historische Musikwissenschaft
(Lehrstuhl: Prof. Dr. Annette Kreutziger-Herr, HfMT Köln)

07/2009-10/2010
Vorsitzender des AStA der Hochschule für Musik und Tanz Köln

04/2009-02/2010
Tutor im Bereich Mittelalterliche Geschichte an der Universität zu Köln

11/2008-03/2012
Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung

04/2006-12/2013
Studium der Fächer Musik und Geschichte (Lehramt Gym/Ges) an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und an der Universität zu Köln

Publikationen

Monographie

"... zur Verherrlichung des Festes ..." Die Musik beim Kölner Dombaufest 1848 (Libelli Rhenani 65), Köln 2015.

Aufsätze etc.

Musizieren für den Dombau. Musiker und Männergesangvereine im Dienste der Domvollendung (1842-1880), in: Kölner Domblatt 81 (2016), 121-155.

Zwischen bürgerlicher Selbstdarstellung und kirchenmusikalischer Reform: Zur Kirchenmusik bei den Kölner Dombaufesten 1848 und 1863, in: 1863 – Der Kölner Dom und die Musik (Musik – Kultur – Geschichte 2), hrsg. von Arnold Jacobshagen und Annette Kreutziger-Herr, Würzburg 2016, S. 95-122.

Zwischen Bach und Bachelor. Studentische Hochschulpolitik: Zur ersten Bundes-ASten-Konferenz der Musikhochschulen (MuBAK), in: NMZ 59 (2010), Ausgabe 7-8/10, S. 16.

Artikel "Genie", in: Lexikon Musik und Gender, hrsg. von Annette Kreutziger-Herr und Melanie Unseld, Kassel 2010, S. 352-353.

Die Maske des Genies, in: History|Herstory. Alternative Musikgeschichten (Musik – Kultur – Gender 5), hrsg. von Annette Kreutziger-Herr und Katrin Losleben, Köln u.a. 2008, S. 105-124. 

Unveröffentlichte Vorträge

Zwischen Förderung und Überforderung. Der preußische Staat und die Gesang-Wettstreite im Rheinland, Interdisziplinäres Symposium "Musik im preußischen Rheinland (1815-1918)", Köln, 25./26. Juni 2015.

Dissertationsprojekt

 

Der singende 'deutsche Mann' im Wettbewerb – Konkurrenzdenken und Leistungsorientierung bei Preissingen in Deutschland zwischen 1841 und 1914

Ein ehrenvoller Empfang am Bahnhof durch städtische Honoratioren, anschließend ein Festzug durch die geschmückten Straßen der Heimatstadt, eine ausführliche Berichterstattung in der regionalen Presse und in den Sängerzeitschriften – das alles konnte Männergesangvereinen winken, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert bei einem Chorwettbewerb, einem sogenannten Preissingen, einen Preis errangen, vor allem, wenn dieser Preis von einem Fürsten gestiftet oder der Wettbewerb  sogar vom deutschen Kaiser persönlich initiiert worden war (so bei den vier großen Kaiserpreissingen zwischen 1899 und 1913). Berücksichtigt man als Ansporn neben der Aussicht auf Aufmerksamkeit und Prestige noch die teils ansehnlichen Geldpreise und den auch für die Beteiligten durchaus bedeutenden Unterhaltungswert solcher Wettbewerbe, ist es wenig erstaunlich, dass sich seit den 1840er Jahren zahlreiche Männergesangvereine der bürgerlichen Sängerbewegung vor allem in Süd- und Westdeutschland an Preissingen beteiligten und viel Zeit, Geld sowie Herzblut in die Vorbereitung auf solche Wettbewerbe und die Teilnahme daran steckten – jedenfalls so viel, dass es bei strittigen Ergebnissen bisweilen zu heftigen verbalen und manchmal sogar zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kam.

Angesichts der Tatsache, dass Preissingen in Festschriften, Verwaltungs- und Vereinsakten sowie dank der Sängerzeitschriften teilweise umfangreich dokumentiert sind, bieten sie eine gute Möglichkeit, Konkurrenzaustragung auf dem künstlerischen Feld zu untersuchen. Im vorliegenden Projekt, das Teil eines größeren DFG-Projektverbundes zur Erforschung von Konkurrenzkulturen in unterschiedlichen Epochen und gesellschaftlichen Bereichen ist, soll danach gefragt werden, welche Vorstellungen von ‚Leistung‘ und ‚Konkurrenz‘ sich im praktischen, auf Musik bezogenen Handeln der Akteure bei den Preissingen zwischen 1841 und 1914 wiederfinden lassen und inwiefern diese Vorstellungen Rückschlüsse auf eine spezifisch ‚bürgerliche‘ Leistungs- und Konkurrenzorientierung zulassen. Dies geschieht in Anknüpfung an theoretische Überlegungen der interdisziplinären Forschung zum sozialen Handlungsmodus der Konkurrenz, unter Bezug auf aktuelle Überlegungen zur Konkurrenzaustragung im musikalisch-künstlerischen Bereich in der Musikwissenschaft sowie unter Berücksichtigung von Forschungsergebnissen aus der geschichtswissenschaftlichen Bürgertumsforschung und der Forschung zur deutschen Sängerbewegung. Vorgesehen sind neben der Zusammenarbeit innerhalb des geschichtswissenschaftlich ausgerichteten Projektverbundes enge Kooperationen mit dem DFG-Projekt ‚Musikalische Preisausschreiben‘ im Bereich Musikwissenschaft (Leitung: Prof. Dr. Frank Hentschel, http://musikwissenschaft.phil-fak.uni-koeln.de/24202.html?&L=0) sowie der ‚Stiftung Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens‘ in Feuchtwangen (Leitung: Prof. Dr. Friedhelm Brusniak).

Der singende 'deutsche Mann' im Wettbewerb - Concepts of Achievement and Competitiveness at Preissingen (Choral Competitions) between 1841 and 1914

A homecoming reception hosted by city offi­cials at the train station followed by a festive parade through the decorated streets of the hometown, extensive reporting in regional press and in choral magazines – all of this awaited Män­nergesangsvereine (male voice choral societies) who won choral competitions or so-called Preissingen, especially ones initiated by noblemen or even the German Emperor himself (as in the case of four major contests, the Kaiser­preissingen, between 1899–1913).

When one considers incentives such as sizeable monetary rewards, the prospect of publicity and prestige as well as the significant entertainment value for all parties involved, it is hardly surprising that from the 1840s many men’s choirs of the middle class singing movement of South and West Germany took part in and invested money and time as well as heart and soul into the preparation for and par­ticipation in these competitions – in any case, to the extent that it often came to verbal and even physical altercations when there were contentious results. Extensive documen­tation on Preissingen in commemorative publications, club records and administrative dossiers means that there are manifold possibilities for research into rivalry in the arts.

The present project which is part of a project network on competition culture during different epochs and across various social sectors will examine how concepts of achievement and competition manifest themselves in the concrete practice of the participants in Preissingen be­tween 1841 and 1914. Furthermore, the extent to which conclusions can be drawn from these ideas and practices with respect to a specific middle class orientation towards achievement and competition will also be taken into con­sideration. The project takes into account results from interdisciplinary research on social behaviour in the con­text of competition interaction while also considering the distinctive social interaction known as competition with respect to relevant observations in musicology and histor­ical research concerning the German Bürgertum and the singing movement in Germany.

In addition to collaborative work within the above men­tioned project network, close cooperation is also planned with the DFG project ‘Music Competitions’ in musicology (Prof. Dr. Frank Hentschel) as well as the ‘Stiftung Do­kumentations- und Forschungszentrum des Deutsches Chorwesens’ in Feuchtwangen (Professor Dr. Friedhelm Brusniak).

Vgl. auch: http://artes.phil-fak.uni-koeln.de/23517.html